Erste Eindrücke
Der Hammer Black Widow Platinum Silver, veröffentlicht im Frühjahr 2019, erweitert die legendäre Black Widow Serie um eine optisch markante und technisch hochentwickelte Option. Der Ball besticht sofort durch seine namensgebende platin-silberne Farbgebung, die mit einem Powerhouse Factory Finish Polish auf Hochglanz gebracht wurde. Im Inneren arbeitet der ikonische Gas Mask Core, ein asymmetrischer Kern, der seit Jahren als Referenz für starke Backend-Bewegungen gilt. Umhüllt wird dieser Kern von der Aggression Pearl CFI Oberfläche. Das Kürzel CFI steht hierbei für Carbon Fiber Infused, eine Technologie, die Hammer nutzt, um die Haltbarkeit der Schale zu erhöhen und die Energieübertragung in den Pins zu optimieren. Die technischen Daten bei 15 lbs sind aggressiv ausgelegt: Ein niedriges RG von 2.50 sorgt für eine frühe Rotation, während das hohe Differential von 0.058 und das starke Intermediate Differential von 0.016 ein enormes Flare-Potential bieten. Diese Kombination aus polierter Pearl-Oberfläche und einem drehmomentstarken asymmetrischen Kern lässt eine Ballreaktion erwarten, die Länge durch die Front mit einer drastischen Richtungsänderung am Breakpoint verbindet.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zu anderen Bällen auf dem Markt zeigt der Black Widow Platinum Silver eine spezifische Charakteristik. Vergleicht man ihn mit dem Hammer Black Widow Gold, so bietet der Platinum durch den Zusatz von Kohlefaser in der Oberfläche etwas mehr Griffigkeit im Öl, ohne dabei die Länge wesentlich zu opfern. Er wirkt dadurch etwas stabiler im Mittelfeld der Bahn als der Gold. Zieht man den Storm AstroPhysiX zum Vergleich heran, so zeigt der Black Widow Platinum oft eine etwas schwerere Rollphase kurz vor dem Einschlag, bedingt durch die Masse des Gas Mask Kerns, während der AstroPhysiX oft noch zackiger und schneller reagiert. Gegenüber einem symmetrischen Pearl-Ball wie dem Ebonite Game Breaker 3 Pearl generiert der Widow Platinum deutlich mehr Hook im hinteren Teil der Bahn und reagiert schneller auf Friction. Ein Vergleich mit dem Roto Grip Halo Pearl zeigt, dass der Halo Pearl oft noch etwas früher liest, während der Widow Platinum sauberer durch die Köpfe kommt und mehr Energie für das Backend aufspart. Im Gegensatz zu Bällen mit Solid-Oberfläche wie dem Hammer Black Widow 2.0 (der später erschien), gleitet der Platinum viel müheloser über die ersten Leisten und ist weniger anfällig für frühen Energieverlust.
Praktische Anwendung
Der Einsatzbereich des Hammer Black Widow Platinum Silver liegt primär auf mittleren bis ölreichen Bahnen, die jedoch bereits eine definierte Breakpoint-Zone aufweisen. Er ist kein Ball für extrem frisches, langes Öl ohne Friction, da die polierte Oberfläche dort rutschen könnte. Seine Stärke spielt er aus, wenn die Bahn beginnt aufzubrechen (Transition) und matte Bälle zu früh Energie verlieren. In diesem Szenario erlaubt der Platinum dem Spieler, weiter nach links zu rücken und den Winkel zur Gasse zu vergrößern. Dank des hohen Differentials und des starken Kerns schafft er es, auch aus tiefen Winkeln zurückzukommen und dabei genug Energie für einen hervorragenden Carry zu behalten. Er eignet sich besonders gut für Spieler, die Hilfe benötigen, um einen starken Eintrittswinkel zu erzeugen, oder für Rev-dominante Spieler, die Raum auf der Bahn schaffen wollen. Auf sehr trockenen Bahnen oder kurzen Sportmustern ist Vorsicht geboten, da der starke Kern in Verbindung mit der schnellen Antwort auf Reibung zu einer schwer kontrollierbaren Überreaktion führen kann. Idealerweise wird er als zweiter oder dritter Ball aus der Tasche geholt, wenn der Benchmark-Ball beginnt, zu träge zu reagieren.