Erste Eindrücke
Der im Dezember 2009 veröffentlichte Hammer Black Widow Nasty markierte technisch einen radikalen Schritt in der legendären Widow-Serie. Optisch präsentiert er sich in einer düsteren Mischung aus Schwarz, Violett und rotem Sparkle. Das technische Highlight ist jedoch die Einführung der sogenannten "Cover-Puck"-Technologie. Hierbei wurde ein Teil des äußeren Kerns ausgebohrt und mit dem aggressiven Violent Wheel Reactive Material aufgefüllt. Diese Konstruktion verändert die Physik des Balls massiv: Mit einem für diese Serie ungewöhnlich hohen RG von 2.56 und einem Differential von 0.056 (bei 15 lbs) produziert der Ball extrem viel Länge. Trotz der ab Werk geschliffenen 4000-grit Abralon Oberfläche gleitet der Nasty erstaunlich weit durch die Front, bevor er seine Energie freisetzt. Er wirkt dadurch weniger wie ein klassischer, früh rollender Solid-Ball, sondern eher wie ein Hybrid, der erst spät, aber dafür umso gewaltiger reagiert.
Vergleichsanalyse
Vergleicht man den Black Widow Nasty mit seinem direkten Vorgänger, dem Black Widow Venom, so zeigt sich der Nasty deutlich aggressiver im Backend. Während der Venom eine rundere und kontrolliertere Bahnkurve beschreibt, generiert der Nasty durch die Cover-Puck-Technologie und das höhere RG mehr Versatz am Breakpoint. Im Vergleich zu einem der größten Konkurrenten jener Zeit, dem Storm Virtual Gravity, agiert der Black Widow Nasty etwas sauberer durch die Köpfe. Der Virtual Gravity liest die Bahn früher und rollt schwerer in der Midlane, während der Nasty diese Energie spart, um im letzten Drittel der Bahn eine schärfere Reaktion auf die Friction zu zeigen. Er verhält sich fast wie ein symmetrischer Ball in der Front, bietet aber den Einschlagwinkel eines Asymmetrischen im Pindeck.
Praktische Anwendung
Der Hammer Black Widow Nasty ist eine Waffe für Medium- bis Heavy-Oil-Bedingungen, auf denen Länge und Winkel gefragt sind. Er ist ideal, wenn "normale" Solid-Bälle zu früh anfangen zu rollen und Energie verlieren, bevor sie die Gasse erreichen. Durch sein hohes RG ignoriert er die ersten Meter der Bahn fast komplett, was ihn besonders stark macht, wenn die Front bereits etwas angespielt ist, aber im hinteren Bereich noch viel Carrydown liegt. Spielertypen, die gerne tiefere Winkel spielen und den Ball weit nach rechts (bei Rechtshändern) rauswerfen, werden das Vertrauen schätzen, dass der Nasty auch aus weiten Winkeln zurückkommt. Er ist weniger ein Ball für frisches, flaches Öl, sondern glänzt in der Transition, wenn man das Feld öffnen muss und einen Ball braucht, der die Ecke kompromisslos nimmt.