Erste Eindrücke
Der Hammer Black Widow 3.0 markiert die neueste Evolutionsstufe einer der legendärsten Ballserien im Bowlingsport. Optisch präsentiert sich der Ball in einer aggressiven Kombination aus Schwarz und Orange, die sofort an die klassischen Farben der Marke erinnert. Die Oberfläche ist ab Werk mit einem 500/1000/2000 Siaair Micro Pad Finish versehen, was dem Ball eine matte, griffige Textur verleiht. Diese matte Erscheinung deutet bereits visuell auf den primären Einsatzzweck hin: Traktion auf öligen Bahnen. Im Inneren arbeitet der bewährte Gas Mask Kern, der mit seiner asymmetrischen Form seit Jahren das Herzstück der Black Widow Serie bildet. Die technischen Daten für einen 15 lbs Ball unterstreichen das Kraftpotenzial: Ein RG von 2.500 sorgt für ein schnelles Andrehen des Kerns, während das hohe Differential von 0.058 und das intermediate Differential von 0.016 ein enormes Flare-Potenzial versprechen. Die größte technische Neuerung liegt jedoch in der Hülle. Hammer verwendet hier den HK22 - Aggression Solid Coverstock. Diese chemische Zusammensetzung soll das bekannte Problem vieler matter Bälle lösen, die oft zu früh Energie verlieren. Durch die HK22-Basis soll der Black Widow 3.0 trotz seiner griffigen Oberfläche eine erstaunliche Reaktion am Backend behalten und nicht "ausbrennen", bevor er die Gasse erreicht.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem Black Widow 2.0 von Hammer, dürfte der 3.0 deutlich früher auf der Bahn lesen. Während der 2.0 bereits als zuverlässiger Benchmark-Ball für viele Spieler galt, positioniert sich der 3.0 als die aggressivere Variante für mehr Ölvolumen. Der Einsatz des HK22-Additivs im Solid-Material sorgt im Vergleich zum 2.0 für einen schnelleren Response auf Friction, sobald der Ball das Ölmuster verlässt. Das Ergebnis ist ein Gesamthook, der einige Leisten stärker ausfallen sollte als beim Vorgänger, ohne dabei die kontrollierbare Natur eines Solids vollständig aufzugeben. Betrachtet man das Marktumfeld anderer Hersteller, so konkurriert der Black Widow 3.0 direkt mit Schwergewichten wie dem Absolute Power von Storm oder dem Gem von Roto Grip. Im Vergleich zum Gem, der für seine extrem frühe und runde Rollphase bekannt ist, dürfte der Black Widow 3.0 durch den Gas Mask Kern und die HK22 Hülle etwas mehr Länge generieren und am Ende der Bahn eine schärfere Richtungsänderung vollziehen. Gegenüber dem Absolute Power könnte der Black Widow 3.0 aufgrund der aggressiveren Oberflächenbearbeitung ab Werk etwas früher anlaufen, wobei beide Bälle das Ziel verfolgen, die Transition auf der Bahn kontrollierbar zu machen. Der Black Widow 3.0 hebt sich hierbei durch die charakteristische Bewegung des Gas Mask Kerns ab, die oft als sehr starker, kontinuierlicher Bogen beschrieben wird, der auch bei flachen Einschlagswinkeln den Carry optimieren soll.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzszenario für den Hammer Black Widow 3.0 sind Bahnen mit mittlerem bis hohem Ölvolumen. Er ist prädestiniert als der erste Ball, den man aus der Tasche holt, wenn die Bahn noch "frisch" ist. Dank der rauen Oberfläche beißt sich der Ball förmlich durch das Öl in der Front der Bahn, was verhindert, dass er zu weit rutscht. Dies gibt dem Spieler Sicherheit und Kontrolle, da der Ball nicht unvorhersehbar weit rutscht, sondern eine definierte Bremszone findet. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit, die oft Probleme haben, dass der Ball rechtzeitig anläuft, könnte dieser Ball eine Offenbarung sein. Die Kombination aus starkem Kern und griffigem Cover unterstützt dabei, den Ball früher in die Rollphase zu bringen. Aber auch für Spieler mit viel Rotation bietet der Ball Vorteile: Er ermöglicht es, tief im Öl zu spielen und dennoch genügend Energie für den Hook am Backend zu speichern. Sobald die Bahn jedoch Transition zeigt und die Heads trocken werden, könnte der Ball beginnen, zu früh Energie zu verlieren. In diesem Moment wäre ein Wechsel auf einen glänzenden Pearl- oder Hybrid-Ball, wie etwa den Black Widow 2.0 Hybrid, ratsam. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Black Widow 3.0 ein Werkzeug für Bedingungen ist, bei denen man Traktion und Sicherheit sucht, ohne auf eine dynamische Pin-Reaktion verzichten zu wollen.