Erste Eindrücke
Der im Juli 2023 erschienene Columbia 300 Atlas ist als absolutes Schwergewicht für massive Ölvolumen konzipiert. Optisch fällt er durch seine markante Farbkombination aus Gelb, Blaugrün (Teal) und Schwarz sofort ins Auge. Technisch markiert er die Einführung des neuen, asymmetrischen Atlas-Kerns, der mit einem niedrigen RG von 2.485, einem hohen Differential von 0.054 und einem kräftigen Intermediate Differential von 0.024 (bei 15 lbs) ausgestattet ist. Diese Werte garantieren ein extrem frühes Anlaufen und massives Flare-Potenzial. Ummantelt wird dieser starke Motor von der Formula 1 Solid Reactive Oberfläche. Diese spezielle, chemisch aggressive Mischung ist ab Werk mit einem rauen 500/2000 Siaair Micro Pad Finish versehen. Das Resultat ist ein Ball, der sich förmlich in die Oberfläche krallt und maximale Traktion erzeugt, statt über das Öl zu gleiten.
Vergleichsanalyse
Im Sortiment von Columbia 300 positioniert sich der Atlas als der stärkste "Hook-Monster"-Ball seit langem und übertrifft in puncto Gesamthook selbst den Columbia 300 Speed. Während der Speed (und dessen Nachfolger wie der High Speed) mehr Länge und eine stärkere Backend-Reaktion betonten, liest der Atlas die Bahn wesentlich früher. Im Vergleich zu einem Marktführer in diesem Segment wie dem Roto Grip Gem agiert der Atlas ähnlich dominant in der Midlane, wirkt aber im Übergang zur Rollphase oft noch einen Tick runder und kontinuierlicher. Zieht man den Hammer Black Widow 2.0 als Referenz heran, so bietet der Atlas durch seine rauere Oberfläche und den massiveren Kernblock deutlich mehr Griffigkeit im Öl und eine stabilere, schwerere Rollphase, opfert dafür aber etwas von der typischen, späten Aggressivität der Widow am Backend.
Praktische Anwendung
Der Columbia 300 Atlas ist die ultimative Lösung für stark geölte Bahnen ("Heavy Oil") und lange Sportmuster. Er benötigt zwingend Öl im vorderen Teil der Bahn (Heads), um nicht sofort Energie zu verbrennen. Seine Hauptaufgabe ist es, Traktion zu erzeugen, wenn andere Bälle rutschen. Er eignet sich hervorragend für den Start eines Turniers auf frischem Belag, um die Leisten zu lesen und eine Linie zu etablieren. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit ("Speed Dominant") ist er ein unverzichtbares Werkzeug, da der Ball von selbst bremst und hookt, ohne dass der Spieler die Handhaltung manipulieren muss. Sobald die Front trocken wird, sollte er jedoch weggelegt werden, da er dann zu früh rollen würde und an Carry verliert.