Erste Eindrücke
Der im September 1997 veröffentlichte AMF AMForce 2 stellt die leistungsstärkere Ergänzung zum zeitgleich eingeführten Einsteigermodell der Serie dar. Während der AMForce 1 für trockene Bahnen konzipiert wurde, zielt der AMForce 2 auf mehr Traktion ab. Technisch basiert er ebenfalls auf dem symmetrischen VersaCore Gewichtsblock, der für seine ausgewogene Masseverteilung und mittlere Flare-Werte bekannt ist. Der entscheidende Unterschied liegt in der Schale: Hier kommt die VersaCover 2 Reactive Oberfläche zum Einsatz. Im Gegensatz zur polierten Version des kleinen Bruders wurde diese Oberfläche werksseitig mit einem matteren Finish versehen (oft als Sanded oder Dull Polish bezeichnet), um früher im Öl zu greifen. Optisch meist in dunkleren Tönen wie Teal oder Forest Green gehalten, signalisiert der Ball bereits durch seine Ästhetik, dass er für mehr Reibung in der Midlane gebaut wurde und eine rundere, kontrollierbare Bahnkurve beschreibt als hektische Skid-Flip-Bälle.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum AMF AMForce 1 zeigt sich der AMForce 2 deutlich früher und ruhiger. Wo der AMForce 1 auf dem Ölfilm rutscht und erst am trockenen Ende der Bahn abrupt abbiegt (Hook), beginnt der AMForce 2 bereits im Mittelfeld der Bahn zu arbeiten. Er liest die Leisten früher und erzeugt einen sanften Bogen zur Gasse. Vergleicht man ihn mit einem Columbia 300 Messenger (einem populären Konkurrenten jener Zeit), so agiert der AMForce 2 ähnlich kontrolliert, bietet aber durch den VersaCore oft eine etwas weichere Bewegung im Backend. Gegenüber einem Powerhouse wie dem Brunswick Danger Zone wirkt der AMForce 2 jedoch zahmer; er generiert weniger Gesamt-Hook und deckt weniger Leisten ab, was ihn einfacher zu kontrollieren macht, wenn die Bahnverhältnisse unruhig sind.
Praktische Anwendung
Der AMF AMForce 2 ist ein klassischer Benchmark-Ball für leichtes bis mittleres Öl (Light-Medium Oil). Seine Stärke liegt in der Berechenbarkeit. Er ist die ideale Wahl, wenn die Bahn frisch geölt ist, das Ölmuster aber nicht lang oder voluminös genug für High-Performance-Bälle ist. Er verhindert das Überrutschen am Breakpoint (Squirt), das bei polierten Bällen auf frischem Öl oft auftritt, indem er die Friction früher nutzt. Dies macht ihn besonders wertvoll für Spielertypen, die eine gleichmäßige Ballreaktion bevorzugen und den Ball eher gerade bis leicht gewinkelt spielen (Stroker). Er sorgt für exzellentes Carry bei Treffern in der Gasse, da er durch seine rollende Bewegung die Energie linear in die Pins überträgt, statt quer durch das Deck zu springen.