Erste Eindrücke
Der im September 1997 veröffentlichte AMF AMForce 1 markiert den Einstieg in die damals neuartige AMForce-Serie und wurde speziell für maximale Kontrolle entwickelt. Optisch präsentiert sich der Ball in einem tiefen Indigo Pearl mit himmelblauen Logos. Technisch basiert er auf dem VersaCore Design, einem symmetrischen Kern mit mittlerem RG und niedrigem Differential. Ummantelt wird dieser Kern von der VersaCover I Reactive Oberfläche. Eine Besonderheit für die damalige Zeit ist das Werksfinish, das als "800-grit Matte Polish" beschrieben wurde – eine Oberfläche, die nicht spiegelglatt ist, sondern einen leichten Schimmer aufweist. Diese Kombination aus mildem Kern und abgestimmter Schale sorgt dafür, dass der Ball extrem wenig Flare produziert und eine sehr ruhige, langgezogene Bahnkurve beschreibt.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum nächsthöheren Modell der Serie, dem AMF AMForce 2, verhält sich der AMForce 1 wesentlich länger und geradliniger. Während der AMForce 2 mit seinem niedrigeren RG früher zu rollen beginnt und stärker auf Reibung reagiert, ist der AMForce 1 darauf ausgelegt, die Energie so lange wie möglich zu behalten. Vergleicht man ihn mit dem absoluten Dominator jener Ära, dem Brunswick Danger Zone, so agiert der AMForce 1 fast wie das genaue Gegenteil: Wo der Danger Zone massiven Hook und aggressive Richtungswechsel auf viel Öl liefert, bleibt der AMForce 1 zahm und kontrollierbar. Er ist in seiner Laufcharakteristik eher mit einem modernen Storm Tropical Surge zu vergleichen, jedoch mit der typischen, etwas sanfteren "Urethan-ähnlichen" Reaktiv-Bewegung der späten 90er Jahre.
Praktische Anwendung
Der AMForce 1 ist ein absoluter Spezialist für trockene Bahnen oder stark abgespielte Bedingungen (Late Shift). Sein idealer Einsatzbereich liegt vor, wenn die Front (Heads) bereits "verbrannt" ist und stärkere Bälle zu früh Energie verlieren oder unkontrollierbar springen. Durch das niedrige Differential verhindert der Ball ein Überreagieren auf der trockenen Außenleiste (Friction). Er eignet sich hervorragend für Spieler, die auf der Suche nach einem Ball sind, der die Gasse kontrolliert anläuft, ohne wilden Hook zu erzeugen, oder für Einsteiger, die den Schritt vom Polyesterball zum ersten Reaktivball wagen möchten, ohne von der Reaktion überfordert zu werden.