Erste Eindrücke
Der im Mai 2017 veröffentlichte DV8 Alley Cat löst die beliebte Outcast-Serie ab und definiert den Einstiegsbereich der Marke neu. Optisch besticht der Ball durch diverse, extrem auffällige Farbkombinationen, die besonders Einsteiger ansprechen sollen. Technisch basiert das Modell auf dem symmetrischen Alley Cat Kern. Dieser weist bei 15 Pfund einen hohen RG-Wert von 2.564 und ein niedriges Differential von 0.025 auf. Diese Werte stehen physikalisch für maximale Länge und eine sehr kontrollierte, späte Reaktion, da der Kern nur langsam in Rotation versetzt wird und wenig Flare erzeugt. Die Hülle besteht aus der ACR (All Control Reactive) Oberfläche. Werksseitig wird der Ball mit einem 500 Siaair Schliff bearbeitet und anschließend mit Crown Factory Compound und Polish auf Hochglanz gebracht. Diese Kombination sorgt für eine extrem glatte Oberfläche, die fast reibungsfrei durch die Front gleitet.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem DV8 Outcast, zeigt der Alley Cat eine verbesserte Energieerhaltung und eine etwas definiertere Bewegung am Breakpoint. Während der Outcast gelegentlich dazu neigte, auf trockenen Leisten etwas zu früh zu greifen, gleitet der Alley Cat souveräner über diese Stellen hinweg. Vergleicht man ihn mit dem Brunswick Rhino, der im selben Werk produziert wird und eine ähnliche Zielgruppe anspricht, so bietet der Alley Cat durch die ACR-Schale oft eine spurtreuere Phase in der Midlane und einen etwas zackigeren Eintrittswinkel zur Gasse. Gegenüber einem stärkeren Ball wie dem DV8 Freakshow wirkt der Alley Cat wesentlich zahmer und erzeugt deutlich weniger Gesamthaken. Im Vergleich zum Storm Tropical Surge (bzw. damals Tropical Storm) bietet der DV8 Alley Cat durch den etwas höheren RG-Wert nochmals mehr Länge, reagiert aber oft einen Hauch sanfter auf Friction.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzgebiet für den DV8 Alley Cat sind trockene bis sehr trockene Bahnbedingungen oder extrem abgespielte Hausölungen ("Burn"). Er ist der perfekte erste Reaktivball für Einsteiger, da er Fehler in der Abgabe verzeiht und nicht überreagiert. Er bringt dem Spieler bei, wie man einen Hook wirft, ohne unkontrollierbar zu sein. Für Turnierspieler und High-Rev-Bowler fungiert er als Rettungsanker, wenn die Front der Bahn komplett zerstört ist und stärkere Bälle keine Energie mehr für die Pins übrig haben. Der Ball ignoriert das fehlende Öl in den Köpfen und nutzt die Reibung am Ende des Musters für einen sauberen, effizienten Carry. Auf frischem oder viel Öl ist er jedoch wirkungslos, da er hierfür zu wenig Traktion besitzt und wahrscheinlich am Breakpoint vorbeirutschen würde.