Erste Eindrücke
Der im Jahr 2000 erschienene AMF MJ Slam ist der krönende Abschluss der Michael Jordan Signature-Serie von AMF. Nachdem die Serie mit Polyester-Bällen (wie dem Basketball) und moderaten Urethan-Modellen begann, wurde der "Slam" als echtes Performance-Modell für ambitionierte Spieler konzipiert. Optisch besticht der Ball durch ein elegantes, tiefschwarzes Finish, das oft mit dem ikonischen "Jumpman"-Logo oder einer markanten MJ-Signatur in Gold oder Silber verziert war. Technisch markiert er den Übergang in das neue Jahrtausend: Er verfügt über eine echte Reactive-Resin-Schale, die im Vergleich zu den Vorgängern der Serie deutlich mehr Reibung (Friction) erzeugt. Im Inneren arbeitet ein modifizierter, dynamischer Kern, der weitaus mehr Flare-Potenzial bietet als der simple Pancake-Block des ursprünglichen MJ-Einsteiger-Modells.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Michael-Jordan-Linie ist der "Slam" das Kraftpaket. Während der MJ Basketball ein reiner Geradeausläufer war und der MJ MVP (1998) als kontrollierter Reaktivball für mittlere Bedingungen galt, wurde der Slam für mehr "Backend-Action" entwickelt. Im Vergleich zu den damaligen Flaggschiffen von AMF, wie der "Night Hawk"-Serie, agiert der MJ Slam etwas kontrollierbarer in der Midlane, zeigt aber am Breakpoint eine Reaktion, die seinem Namen alle Ehre macht – er "slamt" förmlich in die Pins. Vergleicht man ihn mit Konkurrenzprodukten jener Zeit, wie dem Storm Eraser, so bietet der MJ Slam eine ähnliche Mischung aus kontrollierter Länge und einem starken Eintrittswinkel, wobei er durch seinen speziellen Kern oft eine sehr stabile Rollphase beibehält.
Praktische Anwendung
Heutzutage ist der AMF MJ Slam ein hervorragender "Benchmark-Ball" für Spieler, die auf typischen Hausmustern (THS) agieren. Seine Reaktiv-Schale ist nach modernen Maßstäben eher im mittleren Leistungsbereich anzusiedeln, was ihn ideal macht, wenn die Bahnen anfangen abzutrocknen und modernste High-Performance-Monster zu früh reagieren. Er erlaubt es, eine flüssige Linie zu spielen, ohne dass der Ball am Ende der Bahn unvorhersehbar "hakt". Für Sammler ist er zudem das technisch hochwertigste Stück der MJ-Kollaboration. Auf extrem schwerem Öl kommt er jedoch an seine Grenzen, da die Schalen-Chemie der frühen 2000er nicht die Poren-Tiefe moderner "Ölfresser" besitzt, was bei zu viel Volumen zu einem übermäßigen Rutschen (Skid) führen kann.