Erste Eindrücke
Der im Jahr 1988 veröffentlichte AMF Gunsmoke Cobra erweiterte die erfolgreiche Cobra-Serie um eine optisch und technisch nuancierte Variante. Wie der Name andeutet, präsentiert sich der Ball in einem markanten, rauchgrauen Farbton ("Gunsmoke"), der sich deutlich vom aggressiven Schwarz des originalen Black Cobra abhebt. Technisch basiert er auf der fortschrittlichen Urethan-Formulierung, die AMF in der zweiten Hälfte der 80er Jahre perfektionierte. Im Inneren arbeitet der für die Serie spezifische Cobra-Kern (ein modifizierter Gewichtsblock mit veränderter Dichte), der einen signifikanten Fortschritt gegenüber den simplen Pancake-Kernen der älteren Angle-Serie darstellte. Dieser Kern wurde entwickelt, um die Energieübertragung in die Pins zu verbessern und den damals gefürchteten "Deflection"-Effekt (Ablenkung des Balls beim Aufprall) zu minimieren. Die Oberfläche war werksseitig matt geschliffen, um eine zuverlässige Traktion auf den damals üblichen Holzbahnen zu gewährleisten.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Flaggschiff der Serie, dem AMF Black Cobra (1986), wurde der Gunsmoke Cobra oft als die etwas "längere" und kontrollierbarere Option wahrgenommen. Während der Black Cobra dafür bekannt war, sich früh in die Bahn zu krallen und massiv zu arbeiten, bot der Gunsmoke Cobra durch seine chemische Zusammensetzung und Farbe oft einen Tick mehr "Skid" durch die Köpfe (Heads) und eine etwas spätere Reaktion. Vergleicht man ihn mit dem AMF Grey Angle, so ist der technologische Sprung spürbar: Der Gunsmoke Cobra bietet durch seinen dynamischeren Kern deutlich mehr "Hit" und mischt die Pins besser, wo der Grey Angle oft flacher blieb. Im Konkurrenzumfeld von 1988 musste er sich gegen den Faball Grey Hammer behaupten; der Cobra galt hierbei oft als etwas vielseitiger, während der Hammer als reiner "Hook-Monster"-Ball für schweres Öl angesehen wurde.
Praktische Anwendung
Nach heutigen Maßstäben ist der AMF Gunsmoke Cobra ein exzellentes Werkzeug für trockene bis mittlere Bahnen (Dry to Medium-Dry) oder kurze Sportölmuster. Seine Urethan-Schale glättet die oft nervöse Reaktion moderner Bahnen ("Wet/Dry"-Conditions) und bietet einen sanften, vorhersehbaren Bogen zur Gasse. Er ist ideal für Spieler, die den "Old School"-Look lieben und einen Ball suchen, der Fehler in der Abgabe nicht sofort bestraft. Da er weniger aggressiv ist als moderne Urethan-Bälle (wie ein Storm Pitch Black), eignet er sich auch hervorragend als "Transition Ball", wenn die Bahn für Plastik zu ölig, aber für Reaktiv-Bälle zu trocken ist. Zudem dient er vielen Spielern als stylischer und griffiger Spare-Ball für schwierige "Sleeper"-Konstellationen.