Erste Eindrücke
Der AMF Blue Angle LD, erschienen um 1985, stellt eine technisch spezifische Variation des populären Blue Angle dar. Das Kürzel "LD" steht hierbei für "Low Density" (geringe Dichte) und bezieht sich auf die Modifikation des inneren Gewichtsblocks. Während die äußere Hülle aus der identischen, griffigen blauen Urethan-Mischung besteht wie beim Standardmodell, sorgt der leichtere Kern für eine veränderte Massenverteilung. Physikalisch resultiert dies in einem höheren RG-Wert (Radius of Gyration). Das bedeutet, dass der Ball im Vergleich zur Standardversion weniger bestrebt ist, früh in Rotation zu geraten. Optisch unterscheidet er sich kaum vom klassischen Blue Angle, abgesehen von der Markierung, aber auf der Bahn zeigt er ein deutlich verzögertes Verhalten. Die Oberfläche ist werksseitig matt gehalten, um dennoch eine Grundtraktion zu gewährleisten, aber der Motor im Inneren arbeitet gegen ein zu frühes "Ausbrennen" in der Front.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum regulären AMF Angle Blue (Standard Density) zeigt der LD eine signifikant größere Länge. Wo der normale Blue Angle auf der Bahn oft früh zu lesen beginnt und einen gleichmäßigen, runden Bogen schlägt, gleitet der LD scheinbar mühelos über die ersten Leisten hinweg (Skid). Er speichert die Energie länger und setzt sie erst weiter hinten auf der Bahn frei, was zu einer etwas definierteren Reaktion am Breakpoint führt, die jedoch immer noch urethan-typisch kontrolliert bleibt. Vergleicht man ihn mit dem AMF Gold Angle, so bietet der Blue Angle LD mehr Gesamt-Hook und Griffigkeit, agiert aber länger als der aggressive AMF Black Angle. Er wurde entwickelt, um genau die Lücke zu füllen, wenn der schwarze oder normale blaue Angle zu früh anfangen zu rollen, der goldene aber zu wenig Arbeit leistet.
Praktische Anwendung
Der AMF Blue Angle LD ist ein exzellentes Werkzeug für Bahnen, bei denen die Front (Heads) bereits stark angespielt oder ausgetrocknet ist. Durch den Low-Density-Kern ignoriert er die frühe Reibung (Friction) besser als fast jeder andere Urethan-Ball seiner Klasse. Er ist ideal für die Transition-Phase, wenn man merkt, dass der Standard-Ball Energie verliert, bevor er die Gasse erreicht. Spielertypen, die Probleme mit zu wenig Ballgeschwindigkeit haben, profitieren von dem eingebauten "Delay" des Kerns, der hilft, den Ball weiter nach unten zu bringen. Auf sehr langem oder schwerem Öl ist er jedoch weniger effektiv, da ihm hier die nötige Masse im Kern fehlt, um früh genug Traktion aufzubauen und die Pins kraftvoll zu mischen (Carry).