Erste Eindrücke
Der Track Precision Solid, veröffentlicht im Januar 2019, ist die logische Konsequenz auf den Erfolg der originalen Pearl-Version und zielt auf maximales Ölvolumen ab. Optisch ist der Ball kaum zu übersehen: Die auffällige Farbkombination aus Neon Green, Black und White sorgt für starke Kontraste auf der Bahn. Die Oberfläche ist ab Werk mit einem rauen 500/2000 Abralon Finish versehen, was der Prime Solid Schale eine aggressive Textur für sofortige Traktion verleiht. Im Inneren arbeitet der Precision SD (Single Density) Core. Dieser asymmetrische Kern liefert bei 15 lbs einen sehr niedrigen RG-Wert von 2.49, ein massives Differential von 0.054 und ein signifikantes Intermediate Differential von 0.020. Diese Werte sind ein klares Statement: Der Ball ist gebaut, um so früh wie möglich zu rotieren ("rev up") und ein enormes Flare-Potential zu entwickeln. Im Gegensatz zu Kernen, die erst am Ende der Bahn arbeiten, ist der Precision SD darauf ausgelegt, die Energie bereits im vorderen und mittleren Teil der Bahn in Bewegung umzusetzen, um im schweren Öl nicht ins Rutschen zu geraten.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum originalen Track Precision (Pearl) verhält sich der Solid erwartungsgemäß komplementär. Während die Pearl-Version weit durch die Front gleitet und am Breakpoint eine scharfe, fast schnappartige Reaktion zeigt, gräbt sich der Precision Solid sofort in das Öl. Er liest die Bahnmeter viel früher und erzeugt einen schwereren, kontinuierlicheren Bogen zur Gasse. Vergleicht man ihn mit der beliebten Track Paradox Serie (z.B. Paradox Black), so wirkt der Precision Solid oft etwas kontrollierter in der Phase der Transition. Die Paradox-Bälle (mit dem I-Core) waren bekannt für eine sehr schnelle Richtungsänderung; der Precision Solid hingegen wirkt etwas "spurtreuer" und vorwärtsgerichteter, was ihn auf schwierigen Sportmustern berechenbarer macht. Gegenüber einem Storm Code X (ebenfalls asymmetrisch und für Öl gebaut) bietet der Precision Solid eine ähnliche Menge an Gesamthook, setzt aber oft noch einen Tick früher an, was ihn bei extremen Ölfluten etwas sicherer macht.
Praktische Anwendung
Der Track Precision Solid ist eindeutig für "Heavy Oil" und lange, frische Ölmuster konzipiert. Er ist das "Arbeitstier" für den Start eines Turniers, wenn die Bahnen noch flach und rutschig sind. Seine massive Oberfläche und der starke Kern sorgen dafür, dass er nicht durch den Breakpoint rutscht, sondern zuverlässig bremst und zur Gasse dreht. Er eignet sich besonders gut für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit, die oft Probleme haben, Bälle zum Haken zu bewegen, oder für Spieler, die auf einer Ölflut eine definierte Linie suchen. Der Ball glättet den Breakpoint: Anstatt wild zu springen, rollt er kraftvoll durch die Pins. Für trockene Bahnen oder angespielte Fronts ist er jedoch gänzlich ungeeignet; hier würde er zu früh Energie verbrennen ("burn up") und kraftlos am Pin-Deck ankommen. Er benötigt Öl im vorderen Teil der Bahn (Heads), um seine Stärke auszuspielen und den Carry durch seine Masse zu optimieren.