Erste Eindrücke
Der im Oktober 2016 als internationaler Release erschienene Storm Wild Bite Extreme bringt eine faszinierende Kombination aus bewährter Kraft und kontrollierbarer Oberfläche auf die Bahn. Im Inneren arbeitet der extrem starke G2 Core, ein asymmetrischer Gewichtsblock, der mit einem niedrigen RG von 2.47 und einem sehr hohen Differential von 0.058 (bei 15 lbs) für massives Flare-Potenzial sorgt. Diese aggressive Motorkraft wird jedoch von der NRG Smooth Pearl Reactive Oberfläche gezähmt. Anders als viele typische Pearl-Bälle, die hochglanzpoliert daherkommen, wird der Wild Bite Extreme werksseitig mit einem 2000-grit Abralon Finish ausgeliefert. Dies verleiht der Pearl-Schale eine matte Textur, die zwar leichter durch die Front gleitet als ein reiner Solid, aber dennoch genug Traktion entwickelt, um nicht über das Öl zu rutschen. Das Resultat ist ein Ball, der das starke Drehmoment des G2 Kerns nutzt, ohne unkontrollierbar "zickig" am Breakpoint zu reagieren.
Vergleichsanalyse
Zieht man den Vergleich zum etwa zeitgleich erschienenen Storm Code Black, werden die Unterschiede in der Philosophie deutlich. Während der Code Black mit seiner polierten R2S Pearl Oberfläche und dem RAD4 Kern für maximale Länge und einen peitschenartigen Hook im Backend konzipiert wurde, agiert der Wild Bite Extreme wesentlich früher und runder. Er liest die Midlane stärker als der Code Black und erzeugt einen schweren, kontinuierlichen Bogen statt eines abrupten Richtungswechsels. Im Vergleich zum Storm Phaze II (Solid) zeigt der Wild Bite Extreme dank der Pearl-Basis etwas mehr Länge durch die Köpfe, setzt aber aufgrund des stärkeren asymmetrischen Kerns (G2 vs. Velocity) eine aggressivere Bewegung im Öl um, sobald er Friction findet. Er positioniert sich damit genau zwischen den typischen Skid-Flip-Bällen und den reinen Schneepflug-Solids.
Praktische Anwendung
Der Storm Wild Bite Extreme glänzt vor allem auf Medium- bis Heavy-Oil-Bedingungen, bei denen Kontrolle über die Transition gefragt ist. Durch das 2000er Finish und die NRG Smooth Technologie ist er weniger anfällig für "Over/Under"-Reaktionen als glänzende Bälle. Er eignet sich hervorragend als erster Ball aus der Tasche auf frischen Sportmustern oder schweren Hausmustern, wo man zwar das Durchsetzungsvermögen eines Asymmetrischen Kerns benötigt, aber eine zu frühe Reaktion in der Front vermeiden möchte. Spielertypen mit höherer Ballgeschwindigkeit werden den Grip der Oberfläche schätzen, um den Ball rechtzeitig zum Rollen zu bringen, während Spieler mit viel Rotation von der kontrollierten Art profitieren, mit der der Ball die Energie durch das Pin-Deck (Carry) transportiert, ohne unvorhersehbar zu springen.