Erste Eindrücke
Der Radical Tremendous wurde im Juli 2017 als technologische Hommage an einen der erfolgreichsten Bälle der Markengeschichte veröffentlicht. Optisch tritt der Ball in einer aggressiven Solid-Farbkombination aus Black und Orange auf. Das technische Highlight ist die Rückkehr des berühmten Guru-Kerns, jedoch in einer entscheidend modifizierten Variante: Der Guru Symmetric Core. Dieser Kern verzichtet auf die Finger-Joint-Modifikation, die das Original asymmetrisch machte, behält aber die massive Dichte und Dynamik bei. Bei einem 15-Pfund-Ball liefert er einen sehr niedrigen RG-Wert von 2.483 und ein kräftiges Differential von 0.050. Umhüllt wird dieser Kraftprotz vom Ai-30 Solid Reactive Coverstock. Die Oberfläche wird werkseitig mit einem sehr rauen Finish von 500 und 1000 Siaair Micro Pads ausgeliefert. Diese Kombination aus einem niedrig-rg Kern und einer groben Oberfläche signalisiert unmissverständlich, dass dieser Ball für frühe Traktion und viel Hook auf der gesamten Bahnbreite gebaut wurde.
Vergleichsanalyse
In der Vergleichsanalyse schließt der Radical Tremendous die Lücke zwischen den extremen Asymmetrischen und den schwächeren Symmetrischen Bällen. Im direkten Vergleich zum originalen Radical Guru zeigt der Tremendous eine ähnlich starke Gesamtbewegung, jedoch ist der Übergang am Breakpoint deutlich fließender und weniger abrupt, da die symmetrische Bauweise den "Snap" etwas glättet. Verglichen mit dem Storm Phaze II, einem direkten Konkurrenten im Bereich der symmetrischen Solid-Bälle, agiert der Tremendous durch das 1000er Finish ab Werk oft noch etwas früher im Öl und generiert mehr Reibung in der Front, während der Phaze II etwas mehr Länge bietet. Gegenüber dem Radical Xeno, der ebenfalls symmetrisch ist, stellt der Tremendous ein deutliches Upgrade in Sachen Gesamt-Hook dar; er deckt mehr Leisten ab und verzeiht mehr Fehler im Öl, da er nicht so empfindlich auf Über- oder Unterreaktion reagiert.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich für den Radical Tremendous sind mittlere bis schwere Ölmuster. Er ist ein klassischer "Traction-Ball", der benötigt wird, wenn die Bahn frisch geölt ist und andere Bälle noch zu weit rutschen. Durch die aggressive Oberfläche gräbt er sich förmlich durch das Öl und sorgt für eine sehr stabile Rollphase in der Mid-Lane. Für Spieler mit hoher Ballgeschwindigkeit ist er eine exzellente Wahl, da er früh genug bremst, um die Gasse sicher zu erreichen. Spieler mit hoher Rev-Rate profitieren von der Kontrollierbarkeit des symmetrischen Kerns: Der Ball liest die Bahn früh, macht aber am Ende keine unvorhersehbaren Sprünge, was den Carry bei nicht perfekten Treffern erhöht. Sobald die Köpfe jedoch anfangen trocken zu werden (Transition), sollte der Ball poliert oder gewechselt werden, da er sonst zu viel Energie verliert, bevor er die Pins trifft.