Erste Eindrücke
Der im April 2017 veröffentlichte Hammer Rhodman ist mehr als nur ein weiterer High-Performance-Ball; er wurde als Tribut an den verstorbenen Fred Rhodman, eine Legende der Marke, konzipiert. Optisch präsentiert sich der Ball in einer kräftigen Mischung aus Schwarz, Blau und Orange Solid. Technisch greift Hammer auf den äußerst erfolgreichen, symmetrischen Spheroid Kern zurück, der bereits die Bad Intentions Serie dominierte. Dieser Kern zeichnet sich bei 15 Pfund durch einen sehr niedrigen RG-Wert von 2.48 und ein solides Differential von 0.048 aus. Diese zentripetale Masse sorgt für ein extrem frühes Anlaufen und eine stabile Rotation im mittleren Bahnbereich. Als Oberfläche wählte Hammer die Juiced Maxx Solid Reaktiv Schale. Diese chemische Zusammensetzung ist aggressiver ausgelegt als die Hüllen der Vorgängermodelle mit demselben Kern. Werksseitig kommt der Ball mit einem 2000 Grit Abralon Finish, was ihm eine matte, griffige Textur verleiht, die sofort Traktion im Öl signalisiert.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum Hammer Bad Intentions, der ebenfalls den Spheroid Kern nutzte, zeigt der Rhodman eine deutlich stärkere Gesamthakenbewegung. Dies ist primär der Juiced Maxx Solid Oberfläche geschuldet, die chemisch mehr Reibung im Öl erzeugt als die älteren Juiced-Varianten. Während der Bad Intentions oft als sehr kontrollierbar galt, bietet der Rhodman mehr Biss in der Midlane. Zieht man einen Wettbewerber wie den Storm Phaze II heran, der ebenfalls ein symmetrischer Solid-Ball für kräftiges Öl ist, so agiert der Rhodman sehr ähnlich: Beide Bälle lesen die Bahn früh und bieten einen runden, kontinuierlichen Bogen. Der Rhodman wirkt dabei oft einen Hauch früher in der Rollphase, was ihm auf sehr frischem Öl leichte Vorteile in der Stabilität verschafft. Im Vergleich zum Hammer Scandal (mit dem asymmetrischen Scandal Kern) bietet der Rhodman zwar etwas weniger Gesamthaken, ist aber durch seinen symmetrischen Kern wesentlich berechenbarer und weniger anfällig für "Over-Under"-Reaktionen am Breakpoint.
Praktische Anwendung
Der Hammer Rhodman ist der Inbegriff eines Benchmark-Balls für mittlere bis schwere Ölbedingungen. Dank des niedrigen RG-Wertes und der rauen 2000er Oberfläche ist er die ideale Wahl als erster Ball aus der Tasche, um das Ölmuster zu lesen. Er glättet die Kanten von nass/trocken-Verhältnissen ("Wet/Dry"), indem er in der Front nicht wegrutscht und am Breakpoint nicht zu aggressiv springt. Seine Stärke liegt in der Kontrolle: Er rollt schwer und kontinuierlich in die Gasse, was den Carry auch bei nicht perfekten Treffern maximiert. Für Spieler mit hoher Geschwindigkeit ist er exzellent geeignet, da er früh genug bremst, um die Energie in die Pins zu übertragen. Rev-dominante Spieler schätzen die Tatsache, dass der symmetrische Kern den Ball auch bei viel Handarbeit kontrollierbar hält. Sobald die Bahn jedoch stark abtrocknet ("Heads burn up"), wird der Rhodman beginnen, zu früh Energie zu verbrennen und flach einzuschlagen; dann ist der Wechsel auf einen polierten Pearl-Ball wie den Hammer Gauntlet Fury ratsam.