Erste Eindrücke
Der DV8 Nasty Rumor wurde im Februar 2018 als Weiterentwicklung der Rumor-Serie veröffentlicht und präsentiert sich in einer zweifarbigen Optik aus dunklem und hellem Lila-Pearl. Technisch setzt dieser Ball auf den bewährten Rumor Medium RG Symmetric Kern, der bei einem 15-Pfund-Gewicht einen RG-Wert von 2,534 und ein Differential von 0,048 aufweist. Diese Kombination deutet auf ein kontrolliertes, aber dennoch kraftvolles Rollverhalten hin. Die entscheidende Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist die Deception Pearl Plus Oberfläche. Diese modifizierte Pearl-Schale wurde entwickelt, um eine noch längere Gleitphase durch die Front der Bahn zu ermöglichen. Ab Werk ist der Ball mit einem 500 Siaair Finish versehen, das durch das Crown Factory Compound auf Hochglanz poliert wurde, um die Energie für das Backend zu speichern.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zum originalen DV8 Rumor aus dem Vorjahr zeigt der DV8 Nasty Rumor durch das aktualisierte Deception Pearl Plus Cover eine deutlich stärkere und kontinuierlichere Reaktion am Breakpoint. Während der ursprüngliche Rumor eher für seine Laufruhe bekannt war, reagiert der Nasty Rumor empfindlicher und aggressiver auf Friction. Vergleicht man ihn mit dem Storm Hy-Road Pearl, so bietet der Nasty Rumor eine etwas frühere Bewegung in der Midlane, bewahrt sich aber eine ähnliche Vielseitigkeit auf abgebrannten Bahnen. Im Vergleich zum DV8 Creed Revelation, der zur selben Zeit erschien, ordnet sich der Nasty Rumor leistungsmäßig darunter ein; er deckt weniger Leisten ab und ist weniger sprunghaft, was ihn zu einer kontrollierteren Option für Medium-Bedingungen macht. Gegenüber dem Brunswick Melee Jab Blood Red zeigt er eine vergleichbare Länge durch die Front, wirkt jedoch in der gesamten Hook-Phase etwas berechenbarer.
Praktische Anwendung
Der DV8 Nasty Rumor ist primär für mittlere Ölbedingungen konzipiert und fungiert als hervorragender Allround-Ball für den Liga-Alltag. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit, die Front der Bahn sauber zu überbrücken und dennoch genügend Kraft für eine starke Bewegung in die Gasse beizubehalten. Er ist besonders für Spieler geeignet, die eine klare Trennung zwischen der Gleitphase und dem Richtungswechsel am Breakpoint suchen, ohne dass der Ball unkontrollierbar "jumpy" wird. Auf typischen Haus-Systemen (THS) erlaubt er es, die Gasse auch dann noch mit gutem Carry zu treffen, wenn die ersten Leisten bereits trocken bespielt sind und stärkere Bälle zu früh reagieren würden. Dank des symmetrischen Kerns verzeiht er kleinere Ungenauigkeiten beim Release und bietet eine stabile Fortsetzung durch die Pins. Für Spielertypen mit viel Rotation ist er zudem eine exzellente Wahl, um die Winkel offen zu halten, ohne die Kontrolle über den Breakpoint zu verlieren.