Erste Eindrücke
Der Storm Hy-Road, der erstmals im November 2008 eingeführt wurde, gilt als eine der langlebigsten und bekanntesten Erscheinungen im modernen Bowling-Sport. Optisch präsentiert sich der Ball in einer Kombination aus Schwarz und Ultramarinblau, wobei das charakteristische Merkmal der Storm-Produkte, der Eigengeruch, hier mit der Note "Boysenberry" (Boysenbeere) spezifiziert ist. Technisch betrachtet markiert dieser Ball einen signifikanten Punkt in der Entwicklung von Bowlingbällen, da er die R2S Hybrid Reactive Oberfläche mit dem Inverted Fe² Kern verbindet. Diese Kombination wurde entwickelt, um eine Brücke zwischen den Reaktionscharakteristika von Solid- und Pearl-Oberflächen zu schlagen. Der Kern weist bei einem Gewicht von 15 lbs einen RG-Wert von 2.57 und ein Differential von 0.046 auf. Dieser vergleichsweise hohe RG-Wert soll dem Ball helfen, sauber durch die Front der Bahn zu gleiten und Energie für das spätere Bewegungsfenster zu speichern. Das Differential im mittleren bis höheren Bereich deutet darauf hin, dass der Ball ein beträchtliches Flare-Potenzial entwickeln könnte, was die Erzeugung von Hook begünstigt. Werksseitig wird der Hy-Road mit einem 1500-grit Polish Finish ausgeliefert, was die Länge des Balls auf der Bahn unterstützen und eine zu frühe Reaktion in den Heads vermeiden soll. Die Hybrid-Oberfläche zielt darauf ab, die Traktion einer matten Oberfläche im Öl mit der schnellen Reaktion einer polierten Oberfläche im Trockenen zu vereinen, wodurch ein vielseitiges Bewegungsprofil entstehen dürfte.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich mit anderen Bällen positioniert sich der Storm Hy-Road als klassischer Benchmark-Ball. Historisch betrachtet wurde er als Nachfolger und Hybrid-Variante der T-Road Serie (T-Road Solid und T-Road Pearl) platziert, wobei er die Eigenschaften beider Vorgänger zu integrieren versucht. Gegenüber dem späteren Hy-Road Pearl von Storm dürfte der originale Hy-Road etwas früher lesen und eine rundere, kontrollierbarere Bewegung im Backend zeigen, während der Hy-Road Pearl tendenziell noch später reagiert und schärfer abknickt. Ein häufiger Vergleichspunkt ist der IQ Tour Edition von Storm. Während der IQ Tour mit seinem niedrigen RG und niedrigen Differential für eine extrem frühe, glatte und kontrollierte Bewegung bekannt ist, bietet der Hy-Road durch den höheren RG mehr Länge und durch das höhere Differential eine dynamischere Bewegung am Breakpoint. Im Vergleich zu modernen, stärkeren Bällen wie dem Phaze II von Storm oder dem Attention Star S2 von Roto Grip, ordnet sich der Hy-Road eine Stufe darunter ein. Er ist weniger aggressiv im Gesamthook als diese High-Performance-Bälle und eignet sich daher besser, wenn die stärkeren Bälle zu früh Energie verlieren oder zu stark auf Friction reagieren. Er könnte als ideale Ergänzung gesehen werden, wenn man von einem starken Solid-Ball wie dem Gem von Roto Grip herunterwechseln muss ("Ball Down"), ohne dabei jedoch auf eine signifikante Bewegung im Backend verzichten zu wollen.
Praktische Anwendung
Die ideale Umgebung für den Storm Hy-Road sind mittlere bis mäßig ölige Bahnbedingungen. Aufgrund seines hohen RG-Wertes und der polierten Hybrid-Oberfläche sollte der Ball besonders effektiv sein, wenn die Front der Bahn bereits etwas angespielt ist, aber im Backend noch genügend Friction vorhanden ist. Für Spieler, die Probleme haben, den Ball durch die vorderen Leisten zu bekommen, könnte der Hy-Road eine Lösung bieten, da er dazu tendiert, nicht zu früh zu greifen. Sobald der Ball das Ende des Ölmusters erreicht, soll die Inverted Fe² Kerntechnologie für eine starke Richtungsänderung sorgen, die jedoch nicht so unkontrollierbar wirkt wie bei reinen Skid-Flip-Bällen. Dies macht ihn besonders wertvoll während der Transition, wenn sich das Öl auf der Bahn verschiebt und die Reaktion der Bälle unvorhersehbarer wird. Für Spieler mit hoher Umdrehungszahl könnte der Ball genug Länge bieten, um tiefere Winkel zu spielen, während Spieler mit weniger Handrotation von der gespeicherten Energie profitieren dürften, die sich in einem verbesserten Carry in der Gasse niederschlagen sollte. Er ist weniger geeignet für extrem schwere Ölmuster, da er hierbei Gefahr laufen könnte, über den Breakpoint hinaus zu rutschen, oder für extrem trockene Bahnen, wo er eventuell zu sensibel reagieren würde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Hy-Road darauf ausgelegt ist, eine Balance zwischen Vorhersehbarkeit und Dynamik zu bieten, was ihn zu einem vielseitigen Werkzeug für den Ligabetrieb und Turniere machen dürfte.