Erste Eindrücke
Der im Februar 2017 veröffentlichte Storm Timeless ist technisch ein absolutes Unikat. Sein Herzstück ist der revolutionäre Dual-Drive Kern. Es handelt sich dabei um ein „Kern-in-Kern“-Design: Der bewährte Velocity Kern (bekannt aus der Phaze-Serie) wurde in einen größeren Gewichtsblock eingebettet. Das Ziel war es, die Energieerhaltung eines hohen RG-Balls mit der Aggressivität eines niedrigen RG-Werts zu verbinden. Bei 15 Pfund liefert dieser Kern einen RG von $2.48$ und ein kräftiges Differential von $0.050$. Ummantelt wird diese komplexe Mechanik von der legendären R2S Hybrid Reaktiv Oberfläche, die bereits beim klassischen Hy-Road für Furore sorgte. Werksseitig ist der Ball mit einem 1500 Grit Polish Finish veredelt und verströmt den Duft „Ginger Verbena“. Optisch besticht er durch eine elegante Mischung aus Schwarz, Blau und Platin.
Vergleichsanalyse
Der Timeless lässt sich nur schwer mit herkömmlichen Bällen vergleichen, da sein Laufverhalten sehr spezifisch ist. Im Vergleich zum Storm Hy-Road (der dieselbe R2S Hybrid Schale nutzt) bietet der Timeless durch den massiveren Dual-Drive Kern deutlich mehr „Punch“ und eine schnellere Reaktion im Backend. Während der Hy-Road für seine flüssige, bogenförmige Bewegung bekannt ist, zeigt der Timeless einen deutlicheren Richtungswechsel, sobald er das Ende des Ölmusters erreicht. Vergleicht man ihn mit dem Storm Phaze II, so agiert der Timeless wesentlich sauberer durch die Front der Bahn und speichert mehr Energie für das letzte Drittel. Er ist jedoch sensibler gegenüber Veränderungen im Ölmuster als viele symmetrische Benchmark-Bälle, was ihn zu einem Ball mit hohem Risiko, aber auch hohem Ertrag („High Risk, High Reward“) macht.
Praktische Anwendung
Der Storm Timeless wurde speziell für die Anforderungen des modernen Spiels mit hohen Drehzahlen (wie dem Two-Handed Style von Belmonte) entwickelt. Er glänzt auf mittleren Ölbedingungen und typischen Hausölungen. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit, extrem lange durch die Köpfe zu gleiten, ohne dabei an Dynamik einzubüßen. Wenn die Bahn „aufbricht“ und man gezwungen ist, tief nach innen zu rücken, bietet der Dual-Drive Kern die nötige Kraft, um auch aus steilen Winkeln hart zurückzukommen. Spieler mit weniger Drehzahl könnten ihn als etwas „launisch“ empfinden, da er am Breakpoint sehr präzise Friction benötigt. Für Power-Player hingegen ist er ein Präzisionswerkzeug, das die Pins mit einer ungewöhnlichen Heftigkeit durcheinanderwirbelt. Auf sehr schwerem Öl ist er aufgrund der Politur jedoch zu rutschig.