Erste Eindrücke
Der im Februar 2017 erschienene Brunswick True Nirvana wurde als die vielseitigste Variante innerhalb der Nirvana-Reihe konzipiert. In seinem Inneren arbeitet der bewährte Nirvana Ultra Low RG Kern. Bei 15 Pfund liefert dieser asymmetrische Kraftprotz einen extrem niedrigen RG-Wert von $2.477$, ein massives Differential von $0.054$ und ein Intermediate Differential von $0.013$. Diese Spezifikationen sorgen für ein extrem schnelles Hochdrehen und ein enormes Flare-Potenzial. Das entscheidende Update ist die Fortify Hybrid Reaktiv Oberfläche. Brunswick kombiniert hier die Traktion eines Solids mit der Energieerhaltung eines Pearls. Werksseitig ist der Ball mit einem 500 Siaair Schliff vorbehandelt und anschließend mit Royal Compound sowie Royal Shine auf Hochglanz gebracht worden. Optisch besticht er durch eine edle Mischung aus Navy, Gold und Weiß.
Vergleichsanalyse
Innerhalb der Nirvana-Familie nimmt der True Nirvana die goldene Mitte ein. Im Vergleich zum ursprünglichen Nirvana (Solid) bietet er deutlich mehr Länge und eine schärfere Richtungsänderung am Breakpoint. Während der Solid das Öl förmlich „auffrisst“, gleitet der True Nirvana sauberer durch die Front. Vergleicht man ihn mit dem Ultimate Nirvana (Pearl), so zeigt der True Nirvana durch den Hybrid-Anteil eine wesentlich bessere Lesbarkeit der Midlane; er reagiert weniger empfindlich auf Öl-Verschleppungen (Carrydown) als die reine Pearl-Variante. Zieht man einen Wettbewerber wie den Storm Lock heran, so bietet der True Nirvana eine etwas kontinuierlichere, rundere Bewegung durch die Pins, während der Lock am Breakpoint oft etwas aggressiver „einknickt“. Er ist im Grunde die „Allwetter-Version“ eines High-Performance-Balls: Stark genug für viel Öl, aber agil genug für das Backend.
Praktische Anwendung
Der Brunswick True Nirvana ist ein exzellenter Ball für mittlere bis schwerere Ölbedingungen. Seine Hybrid-Schale macht ihn zu einem idealen „Starter-Ball“ für Turnierspieler, da er genug Traktion bietet, um auf frischen Mustern nicht wegzurutschen, aber dank der Politur genügend Energie speichert, um einen hohen Eintrittswinkel zur Gasse zu erzeugen. Er verzeiht Fehler besser als extrem aggressive Solids, da er nicht sofort bei der kleinsten Trockenheit „stehenbleibt“. Besonders effektiv ist er, wenn die Bahnen beginnen aufzubrechen (Transition) und man gezwungen ist, das Spiel nach innen zu verlagern. Er behält seine Schlagkraft auch aus steileren Winkeln bei. Wenn die Bahnen jedoch sehr trocken werden, sollte man auf eine schwächere Serie wie den Brunswick Edge oder Rhino wechseln, um ein Überrollen zu vermeiden.