Erste Eindrücke
Der im August 2018 veröffentlichte Motiv Jackal Hunt ist ein seltener Leckerbissen für Sammler und Kenner, da es sich um einen „Overseas Release“ (internationale Veröffentlichung) handelt, der primär für den asiatischen Markt produziert wurde. Technisch ist der Ball ein absolutes Schwergewicht: Er nutzt den asymmetrischen Predator V3 Kern, eine Weiterentwicklung des legendären V2-Kerns. Mit einem RG von 2.47, einem Differential von 0.055 und einem Intermediate Differential von 0.019 (bei 15 lbs) gehört dieser Motor zu den stärksten, die Motiv je gebaut hat. Umhüllt wird das Ganze von der Coercion HV2 Solid Reactive Oberfläche, die bereits beim Jackal Rising für Aufsehen sorgte. Das werksseitige Finish von 2000 Grit LSS (Laser Scan Sanded) macht sofort klar: Dieser Ball ist gebaut, um im Öl zu graben und nicht zu rutschen.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum in Europa und den USA weit verbreiteten Motiv Jackal Rising (veröffentlicht im Januar 2018) ist der Jackal Hunt ein naher Verwandter, wirkt aber oft noch einen Tick aggressiver im Backend. Beide nutzen die Coercion HV2 Schale und ähnliche Kerndaten, doch internationale Releases werden oft mit leicht veränderten Füllmaterialien oder Schalen-Dicken produziert, um auf den oft ölierenden Bahnen in Asien mehr Hook zu erzeugen. Zieht man den Motiv Jackal Ghost zum Vergleich heran, so liest der Hunt die Bahn deutlich früher. Der Ghost (Coercion HFS) ist etwas sauberer durch die Front und runder, während der Hunt (Coercion HV2) früher anspringt und eine insgesamt stärkere Gesamtreaktion auf schwerem Öl zeigt. Er agiert in einer ähnlichen Liga wie ein Brunswick Kingpin oder Storm Sure Lock.
Praktische Anwendung
Der Motiv Jackal Hunt ist ein Spezialist für schweres Öl ("Heavy Oil"). Er ist die perfekte Wahl für Turnierspieler, die auf "Ölfluten" treffen oder sehr lange Muster spielen müssen. Seine Stärke liegt in der Traktion: Er ignoriert das Öl im vorderen Teil der Bahn (Heads) nicht, sondern nutzt es, um kontrolliert Drehzahl aufzubauen, ohne auszubrennen. Er ist ideal, um auf frischen Bahnen eine Linie zu etablieren, wenn andere Bälle noch rutschen ("Hydroplaning"). Sobald die Bahn jedoch trocken wird, ist dieser Ball meist zu stark und verbrennt zu viel Energie, was zu flachen Treffern führt. Wer einen Ball sucht, der sich durch nichts aufhalten lässt und maximale Sicherheit im Öl bietet, findet hier ein exklusives Werkzeug.