Erste Eindrücke
Der SWAG Dynamite, der im Frühjahr 2021 auf den Markt kam, präsentiert sich als vielseitiger symmetrischer Pearl-Ball im Line-up von California Bowling. Optisch auffällig ist die Farbgebung in Schwarz, Rot und Weiß (Coal/Flame/Champagne), die mit einem polierten Finish versehen ist. Im Inneren arbeitet der Turbine V2 Core. Dieser symmetrische Kern liefert bei 15 Pfund einen niedrigen RG-Wert von 2.496 und ein hohes Differential von 0.052. Diese Werte deuten auf einen Ball hin, der trotz der polierten Schale gerne früh in Rotation gerät und ein gesundes Maß an Flare erzeugt. Als Oberfläche dient der USY-1 Pearl Reactive Coverstock, der ab Werk mit einem 1000-Grit-Schliff versehen und anschließend poliert wurde. Diese vergleichsweise raue Untergrundbearbeitung unter der Politur gibt dem Ball mehr Zähne im Öl als typische "Glassy" Pearls, was ihn zu einer Art Hybrid in der Wirkungsweise macht: Er bietet Länge, rutscht aber nicht hilflos durch das Öl.
Vergleichsanalyse
Im Vergleich zum populären Storm Zen (der ebenfalls ein starker symmetrischer Pearl-Ball ist) zeigt der SWAG Dynamite eine etwas längere Phase in der Front, reagiert aber ähnlich stark auf Friction. Während der Zen für seine extrem runde, kontinuierliche Bewegung bekannt ist, wirkt der Dynamite am Breakpoint oft einen Tick schärfer, insbesondere wenn er aus dem Öl ins Trockene läuft. Vergleicht man ihn mit dem Roto Grip Idol Pearl, so liest der Dynamite die Midlane etwas früher, bedingt durch den niedrigeren RG-Wert des Turbine V2 Kerns (2.49 vs. 2.50+ bei vielen anderen Pearls). Gegenüber seinem direkten Verwandten, dem SWAG Dynamite Blaze (Solid), bietet der originale Dynamite deutlich mehr Länge und speichert mehr Energie für das Backend, während der Blaze die Bahn viel früher glättet und flacher im Winkel agiert. Er füllt exakt die Lücke für den Moment, wenn Solids zu früh anfangen zu haken, aber reine Einsteiger-Pearls noch zu schwach sind.
Praktische Anwendung
Der SWAG Dynamite fühlt sich auf mittleren Ölbedingungen (Medium Oil) am wohlsten. Durch die Kombination aus einem drehfreudigen Low-RG-Kern und der polierten Hülle ist er eine hervorragende Wahl, wenn die Bahn beginnt, in die Transition zu gehen ("Transition"). Wenn die aggressiven Solid-Bälle anfangen, zu früh Energie zu verlieren oder in der Front zu brennen, bietet der Dynamite die nötige Länge, um durch die abgespielten Köpfe zu kommen, generiert aber dennoch genug Midlane-Read, um nicht zickig auf das Öl am Ende des Musters zu reagieren. Er eignet sich sehr gut für Spieler, die den Ball gerne "twisten" und Winkel öffnen wollen, da der Kern genug Drehmoment liefert, um auch aus steileren Winkeln zur Gasse zurückzukommen. Auf extrem frischem, langem Öl könnte er etwas zu rutschig sein, und auf extrem trockenen Bahnen könnte der starke Kern zu früh "aufstehen", aber dazwischen ist er ein sehr verlässlicher Benchmark-Pearl.