Erste Eindrücke
Der Hammer Black Solid Urethane (oft einfach als Black Hammer bezeichnet) ist eine Ikone der Bowlingwelt und repräsentiert die reinste Form der Ballkontrolle. Im Gegensatz zu modernen Reaktivbällen setzt dieser Ball auf den klassischen LED-Kern, der technische Werte aufweist, die auf extreme Stabilität ausgelegt sind: Ein sehr hohes RG von 2.65 und ein extrem niedriges Differential von 0.015 (bei 15 lbs). Diese Kernzahlen bedeuten, dass der Ball von sich aus kaum Flare erzeugt und eine sehr gerade Laufbahn bevorzugt. Die Magie liegt jedoch in der dicken Urethan-Solid-Oberfläche, die werksseitig mit einem extrem rauen 500 Siaair Micro Pad Finish versehen ist. Optisch in tiefem, matten Schwarz gehalten, signalisiert der Ball sofort, dass er nicht für spektakuläre Kurven gebaut ist, sondern um die Bahn früh zu lesen und die Bewegung der Leisten maximal zu glätten. Er bietet das klassische Urethan-Gefühl: Früher Start, extrem sanfter Bogen und null Überreaktion am Breakpoint.
Vergleichsanalyse
Der wichtigste Vergleichspartner im eigenen Haus ist der Hammer Purple Pearl Urethane. Hier ist die Unterscheidung klar: Der Black Solid Urethane liest die Bahn früher und ist insgesamt schwächer im Hook-Potenzial als der Purple Pearl. Während der Purple Pearl durch seine Pearl-Zusätze etwas weiter die Bahn hinunterläuft und am Ende noch eine sichtbare Bewegung zur Gasse macht, bleibt der Black Solid Urethane stur auf seiner Linie und bietet noch mehr Kontrolle. Im Vergleich zum direkten Marktkonkurrenten, dem Storm Pitch Black, verhalten sich beide Bälle sehr ähnlich. Der Hammer Black Solid wird oft als einen Hauch früher lesend empfunden, bietet aber die gleiche flache Eintrittskurve. Gegenüber einem schwachen Reaktivball wie dem Hammer Raw Solid ist der Urethan-Ball deutlich früher in der Reaktion und verzeiht keine Fehler im Öl, da er nicht rutscht, sondern sofort greift, aber hinten weniger Wiederherstellungskraft (Recovery) bietet.
Praktische Anwendung
Dieser Ball ist ein absolutes Spezialwerkzeug. Er ist die erste Wahl für kurze und flache Sportölmuster, bei denen das Backend extrem aggressiv reagiert. Seine Aufgabe ist es, die Reibung früh zu nutzen, um die Energie kontrolliert abzubauen, damit der Ball am Ende nicht unkontrollierbar durch die Nase geht. Für Rev-dominante Spieler (Zweihänder oder Spieler mit viel Hand) ist er oft der einzige Ball, der auf trockenen oder kurzen Mustern kontrollierbar bleibt. Er eignet sich hervorragend, um die Gasse direkt über die erste oder zweite Pfeile anzuspielen. Auf typischen Hausölungen oder langen Mustern ist er jedoch meist fehl am Platz, da er zu früh Energie verliert und nicht den nötigen Eintrittswinkel erzeugt, um die Pins effektiv zu durchmischen (Carry leidet), es sei denn, man spielt extrem weit außen. Er dient oft auch als hervorragender Spare-Ball für Spieler, die bei Spares eine minimale Bewegung bevorzugen.