Erste Eindrücke
Der Brunswick Defender, veröffentlicht im März 2022, tritt als schweres Geschütz für viel Öl an. Optisch ist er durch seine matte, dreifarbige Schale in Navy, Purple und Sky sofort als reiner "Hook-Monster"-Ball erkennbar. Im Inneren arbeitet der neu entwickelte Portal X Core, ein asymmetrischer Kern mit sehr starken Werten: Ein niedriges RG von 2.473 und ein hohes Differential von 0.054 (bei 15 lbs) sorgen für frühes Hochdrehen und viel Flare. Ergänzt wird dies durch ein Intermediate Differential von 0.015, das für eine definierte Asymmetrie sorgt, ohne unkontrollierbar zu werden. Die Oberfläche besteht aus dem A.C.T. 3.0 Solid Reactive Coverstock (Activator Composite Technology), der ab Werk mit einem rauen 500/2000 Siaair Finish versehen ist, um maximale Traktion im Öl zu gewährleisten.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich positioniert sich der Defender als moderne Weiterentwicklung der Brunswick Zenith-Serie. Er bietet mehr Gesamthook und eine stärkere Fortsetzung durch die Pins als der ursprüngliche Zenith. Verglichen mit dem Marktführer in diesem Segment, dem Storm Proton Physix, agiert der Defender ähnlich früh, wirkt aber im Backend oft etwas kontinuierlicher und weniger "stoppend" am Breakpoint. Er ist aggressiver im Öl als ein Brunswick Mindset (Hybrid/Pearl-Varianten) und bietet mehr Traktion als ein symmetrischer Benchmark-Ball wie der Knock Out Black and Blue. Ein guter externer Vergleich ist auch der 900 Global Reality: Beide Bälle sind große, asymmetrische Solids für viel Öl, wobei der Defender oft als einen Hauch runder und fließender in der Bewegung wahrgenommen wird.
Praktische Anwendung
Der Defender ist eindeutig für "Heavy Oil" und frische Bahnbedingungen konzipiert. Er ist der erste Ball, den man aus der Tasche holt, wenn man auf einer "Flut" von Öl spielt oder auf langen Sportmustern Halt sucht. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit, durch dickes Öl zu graben und dennoch Energie für die Pins zu bewahren. Er eignet sich hervorragend für Spieler, die entweder viel Speed haben und Hilfe brauchen, den Ball zum Drehen zu bringen, oder für Spielsituationen, in denen man die Bahn "blenden" muss, um Überreaktionen am trockenen Backend zu vermeiden. Sobald die Köpfe (Heads) anfangen auszutrocknen, sollte man jedoch auf einen Ball mit mehr Länge wechseln, da der Defender sonst zu früh Energie verbrennt.