Erste Eindrücke
Der Hammer Purple Solid Reactive präsentiert sich optisch nahezu identisch zum legendären Urethan-Vorgänger in einem markanten Lila, verbirgt unter der Haube jedoch eine technologisch entscheidende Neuerung. Im Zentrum des Balls arbeitet der bewährte symmetrische LED-Kern, der auch in der Urethan-Variante zum Einsatz kommt, jedoch für dieses Modell modifiziert wurde. Durch die Dichteänderung der Schale ergeben sich bei einem Gewicht von 15 lbs ein RG-Wert von 2.586 und ein Differential von 0.027. Kombiniert wird dieser Kern mit einem reinen "Reactive Solid" Coverstock, der ab Werk mit einem 500/1500 Siaair Micro Pad Finish versehen ist. Diese Kombination aus einem Kern mit hohem RG (der den Ball lange durch die Front schiebt) und einer griffigen, aber kontrollierbaren reaktiven Oberfläche soll für eine einzigartige Lücke im Arsenal sorgen: Ein Look, der an die Kontrolle von Urethan erinnert, jedoch mit der Dynamik und dem Pin-Carry von Reactive Resin ausgestattet ist.
Vergleichsanalyse
Die wichtigste Referenzgröße für diesen Ball ist zweifellos der Hammer Purple Pearl Urethane. Im direkten Vergleich generiert der Purple Solid Reactive durch sein Material ein deutlich höheres Flare-Potenzial. Während die Urethan-Version sehr früh liest und eine extrem sanfte Kurve beschreibt, nutzt der Solid Reactive die Friction effizienter, um am Breakpoint einen definierteren Bogen zu schlagen. Er ist somit "schneller" als sein Urethan-Pendant, bleibt aber im Vergleich zu typischen Benchmark-Bällen wie dem Motiv Venom Shock oder der Roto Grip Hustle-Serie wesentlich runder und kontrollierbarer. Er vermeidet den oft unerwünschten "Snap" am Backend, den viele moderne Reactive-Bälle zeigen, und bietet stattdessen eine verstärkte Version des klassischen "Urethan-Bogens". Im Vergleich zu stärkeren Bällen aus dem eigenen Haus, wie etwa der Black Widow Serie, agiert der Purple Solid Reactive deutlich zahmer und setzt später ein, was ihn zu einer spezialisierten Option für kontrolliertes Spiel macht.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzszenario für den Hammer Purple Solid Reactive findet sich auf kurz bis mittellang geölten Bahnen oder wenn die Transition das Spielen mit reinem Urethan erschwert. Wenn Urethan-Bälle beginnen, die Gasse nicht mehr kraftvoll genug zu treffen (schlechtes Carry) oder zu früh Energie verlieren, bietet dieser Ball die Lösung. Er erlaubt es dem Spieler, die gleiche Linie zu spielen, generiert aber durch den Reactive-Anteil mehr Hook im Backend und verbessert den Eintrittswinkel in die Pins. Für Spieler mit hohen Umdrehungszahlen ist er eine exzellente Wahl auf Hausölungen ("House Shots"), um die oft überreagierende trockene Außenleiste zu zähmen, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Stroker und Spieler mit weniger Handrotation profitieren davon, dass der Ball trotz seiner Länge durch die Front zuverlässig auf Friction reagiert, wo Urethan oft zu flach ankommen würde. Er dient als Brücke, wenn die Bahn für High-Performance-Bälle zu trocken, aber für Urethan nicht mehr geeignet ist.