Erste Eindrücke
Der Storm Night Road SE (oft auch einfach als Night Road bekannt) führt die legendäre Hy-Road-Dynastie in eine neue Ära. Optisch präsentiert er sich in einem eleganten "Midnight Black", was ihm eine sehr unauffällige, "stealth"-artige Ästhetik verleiht. Doch der Schein trügt: Unter der schwarzen Haube kombiniert Storm zwei bewährte Technologien. Zum einen arbeitet hier der ikonische Inverted Fe² Kern, der auch den originalen Hy-Road antreibt. Mit einem extrem hohen RG von 2.57 und einem Differential von 0.046 (bei 15 lbs) ist dieser Kern darauf ausgelegt, Energie so lange wie möglich zu bewahren. Zum anderen kommt der ReX Pearl Reactive Coverstock zum Einsatz, der bereits beim Dark Code und Fate überzeugte. Veredelt ist die Oberfläche ab Werk oft mit dem 4K-Fast Finish (oder Reacta Gloss), was einen subtilen Glanz erzeugt. Diese Mischung verspricht die Länge eines Hy-Roads, aber mit deutlich mehr Biss (Traktion) im Trockenen durch die modernere ReX-Chemie.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum klassischen Storm Hy-Road (Hybrid), der die Benchmark für Vielseitigkeit ist, agiert der Night Road SE deutlich eckiger und aggressiver im Backend. Während der originale Hy-Road einen sanften Bogen beschreibt, nutzt der Night Road die ReX-Hülle, um schneller auf Reibung zu reagieren ("Snap"). Er ist wesentlich stärker als der Hy-Road Pearl, da die ReX-Schale mehr Traktion besitzt als das ältere R2S Pearl Material. Verglichen mit dem Storm Phaze V, der etwa zur gleichen Zeit erschien, bietet der Night Road durch sein höheres RG (2.57 vs 2.55) noch mehr Länge und eine etwas spätere Reaktion. Der Phaze V rollt etwas früher an, während der Night Road das Gefühl vermittelt, ewig zu gleiten, bevor er abrupt abbiegt. Er ist quasi ein "Hy-Road auf Steroiden" für moderne Ölmengen.
Praktische Anwendung
Der Storm Night Road SE ist eine Waffe für mittlere Ölbedingungen und trockene Backends. Seine signifikante Stärke ist die Länge: Dank des hohen RG-Wertes ignoriert er die vorderen 40 Fuß der Bahn fast komplett, selbst wenn die Köpfe schon trocken sind ("Fried Heads"). Das macht ihn zum idealen Ball für die späteren Spiele eines Turniers oder Ligaabends. Wenn man gezwungen ist, weit nach innen zu rücken und den Ball über die Rinne zu schicken, bietet der Night Road die nötige Energieerhaltung, um hinten noch kraftvoll durch das Pin-Deck zu gehen. Er ist jedoch mit Vorsicht zu genießen auf sehr frischem oder langem Öl, da der Kern hier eventuell zu spät anlaufen könnte ("Squirt"), was zu schwachen Treffern (z.B. Washouts) führen kann.