Erste Eindrücke
Der Motiv Black Venom präsentiert sich optisch in einem vollständig matten, schwarzen Design, das durch graue Logos akzentuiert wird, was ihm ein unauffälliges, aber technisches Erscheinungsbild auf der Bahn verleiht. Technisch gesehen markiert dieser Ball eine deutliche Evolution innerhalb der Venom-Serie, da er die bewährte Gear-Kern-Technologie mit einer der stärksten Oberflächentechnologien von Motiv kombiniert. Im Inneren arbeitet der asymmetrische Gear APG Kern. Bei einem Gewicht von 15 lbs weist dieser einen RG-Wert von 2.47 und ein Differential von 0.034 auf, ergänzt durch ein Intermediate Differential von 0.013. Diese Werte deuten auf einen Ball hin, der bestrebt ist, früh zu rotieren, dabei aber eine kontrollierte Energieabgabe beibehält. Die eigentliche Neuerung liegt jedoch in der Hülle: Motiv verwendet hier die Leverage MFS Solid Reactive Oberfläche. Diese chemische Zusammensetzung ist eine modifizierte Version der Technologie, die ursprünglich für den Hochleistungsball Jackal Ambush entwickelt wurde. Die Oberfläche wird ab Werk mit einem 4000 Grit LSS (Laser Scan Sanded) Finish ausgeliefert. Diese Kombination aus einem niedrig-differenziellen, asymmetrischen Kern und einer sehr griffigen Solid-Oberfläche soll dafür sorgen, dass der Ball auch bei höheren Ölmengen früher Traktion findet, ohne dabei die für die Venom-Linie typische Kontrolle zu opfern.
Vergleichsanalyse
Um die Position des Black Venom einzuordnen, ist der direkte Vergleich mit dem legendären Venom Shock von Motiv unerlässlich. Während der Venom Shock für seine Vielseitigkeit auf mittlerem Öl bekannt ist, positioniert sich der Black Venom als die deutlich stärkere und früher agierende Ergänzung. Durch die Leverage-Oberfläche generiert der Black Venom erheblich mehr Friction im Öl als der Shock, was ihn zur logischen Wahl macht, wenn der Venom Shock zu lang rutscht oder an der Backend-Reaktion nachlässt. Im Vergleich zum Jackal Ambush von Motiv wiederum verhält sich der Black Venom wesentlich zahmer; er nutzt zwar eine ähnliche Oberflächenchemie, der schwächere Kern verhindert jedoch ein zu aggressives Überdrehen der Bahn, was ihn nutzbarer macht, wenn die ganz großen asymmetrischen Kerne zu viel Hook erzeugen. Betrachtet man den Markt anderer Hersteller, lässt sich der Black Venom konzeptionell in die Nähe des IQ Tour Solid von Storm einordnen, wobei der Black Venom durch seine Asymmetrie und die modernere, stärkere Oberfläche tendenziell ein früheres Lesen der Bahn und eine etwas rundere Form im hinteren Feld bieten dürfte. Auch Parallelen zum Envy Tour von Hammer sind erkennbar, da beide Bälle versuchen, starke Solid-Eigenschaften mit kontrollierbaren Kernzahlen zu vereinen, um auf anspruchsvollen Sportmustern die Gasse zuverlässig zu kontrollieren.
Praktische Anwendung
Der ideale Einsatzbereich des Motiv Black Venom liegt auf mittleren bis mittelschweren Ölmustern. Seine größte Stärke spielt er aus, wenn die Front der Bahn noch genug Öl aufweist, aber eine kontrollierte Reaktion im Mittelfeld gefordert ist. Er ist prädestiniert dafür, die erste Transition zu bewältigen, wenn "Big Balls" (Bälle mit sehr starken asymmetrischen Kernen) beginnen, zu viel Energie zu früh zu verlieren. Für Spieler mit hoher Rev-Rate bietet der Ball genug Kontrolle, um nicht unkontrolliert durch die Nase zu gehen, während Spieler mit niedrigerer Drehzahl von der aggressiven Oberfläche profitieren, die Unterstützung bietet, den Ball früher ins Rollen zu bringen. Die Bewegung ist charakterisiert durch einen sehr runden, kontinuierlichen Bogen. Er ist kein Ball, der am Ende des Ölmusters eine eckige Bewegung macht ("Skid-Flip"), sondern er soll für einen gleichmäßigen Übergang vom Skid in den Hook sorgen. Dies macht ihn besonders wertvoll auf frischen oder leicht angespielten Bahnen, wo es darum geht, die Gasse zu kontrollieren und Fehlwürfe zu minimieren, indem er "Wet/Dry"-Bedingungen (scharfe Kanten zwischen Öl und Trockenem) ausblendet. Der Carry profitiert von der asymmetrischen Kernform, die dem Ball hilft, auch bei einem flacheren Einlaufwinkel die Energie effektiv durch das Pin-Deck zu treiben.