Erste Eindrücke
Der Roto Grip Clone Attack präsentiert sich als eine spannende Weiterentwicklung innerhalb der HP4-Linie und stellt eine aggressivere Variante des regulären "Clone" dar. Als internationaler Release (OEM) kombiniert dieser Ball bewährte Technologie mit einer signifikanten Material-Aufwertung. Optisch hebt er sich oft durch eine eigenständige Farbgebung (häufig Fuchsia/Carbon/White) vom Standard-Modell ab. Im Inneren arbeitet der dynamische Cloned E.T. Core (Equalizer Technology), ein asymmetrischer Kern, der ursprünglich entwickelt wurde, um die Wirkung eines Ausgleichlochs (Balance Hole) zu simulieren. Die technischen Daten bei 15 lbs sind mit einem RG von 2.51 und einem Differential von 0.056 identisch zum Standard-Modell, was für ein frühes Anlaufen des Kerns und hohes Flare-Potenzial sorgt. Der entscheidende "Turbo" dieses Balls ist jedoch die Oberfläche: Statt der OptiTrax-Mischung kommt hier der deutlich stärkere MicroTrax Solid Reactive Coverstock zum Einsatz, der jedoch ab Werk poliert (meist 1500-grit Polished) ausgeliefert wird. Diese Kombination aus starker Chemie und glattem Finish verspricht eine faszinierende Mischung aus Griffigkeit und Länge.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum regulären Roto Grip Clone (mit OptiTrax Solid) agiert der Clone Attack insgesamt stärker und durchsetzungsfähiger im Öl. Die MicroTrax-Basischemie – bekannt von Schwergewichten wie dem Roto Grip Gem – sorgt dafür, dass der Ball trotz der polierten Oberfläche den Ölfilm in der Front besser "liest" und nicht so leicht über den Breakpoint rutscht (Skid). Man könnte den Clone Attack als eine "polierte Version des Gem" oder eine aggressivere Variante des Roto Grip UFO Alert beschreiben. Während Bälle wie der Roto Grip Attention Star eher auf maximale Länge und eine peitschenartige Reaktion am Ende der Bahn ausgelegt sind, bietet der Clone Attack ein runderes, aber dennoch kraftvolles Bild. Er generiert mehr Traktion im Mittelfeld (Midlane) als ein reiner Pearl-Ball, behält aber dank der Politur genügend Energie für den Backend, wo er eine definierte, aber kontrollierbare Richtungsänderung vollzieht. Er schließt damit die Lücke zwischen den "Schneepflug"-Bällen für schweres Öl (wie dem Gem oder Harsh Reality von 900 Global) und den schnelleren Pearl-Bällen.
Praktische Anwendung
Der Roto Grip Clone Attack ist prädestiniert für Medium-Heavy bis Heavy Oil Bedingungen, bei denen reine High-Performance-Solids zu früh Energie verlieren würden, glänzende Pearl-Bälle aber noch zu nervös reagieren. Durch die MicroTrax-Schale bietet er genügend Sicherheitsreserven, um auch im inneren Bereich der Bahn auf viel Öl Traktion zu finden. Für Turnierspieler ist er eine exzellente Wahl, um die Bahn zu "öffnen": Er erlaubt es, tiefere Winkel zu spielen, ohne die Angst zu haben, dass der Ball in der Soße "absäuft" oder bei Transition zu sensibel auf trockene Leisten reagiert. Er generiert viel Hook und Carry, indem er die Gasse mit einem starken Eintrittswinkel attackiert, dabei aber den Übergang vom Öl ins Trockene (Friction) nicht so abrupt gestaltet wie manche Skid-Flip-Bälle. Er ist ideal als erster Ball aus der Tasche auf typischen Hausölungen oder als Übergangsball auf Sportmustern, wenn die Bahnfront noch intakt ist, das Backend aber bereits definierte Reaktionen zulässt.