Erste Eindrücke
Mit dem Roto Grip Wicked Gremlin präsentiert der Hersteller eine leistungsstarke Erweiterung der HP3-Linie, die speziell für öligere Bedingungen konzipiert wurde. Im Herzen des Balls arbeitet der asymmetrische Rondure MaxD Kern, der bereits beim Vorgängermodell zum Einsatz kam. Dieser Antrieb weist bei einem Standard-Ballgewicht von 15 Pfund einen hohen RG-Wert von 2,50, ein starkes Differential von 0,058 und ein intermediäres Differential von 0,010 auf. Diese Motorisierung ist darauf ausgelegt, schnell auf Touren zu kommen und ein enorm hohes Flare-Potenzial zu generieren, was eine starke Gesamtbewegung auf der Bahn verspricht. Umschlossen wird der Kern vom neuen G-R1 Solid Reactive Cover. Es handelt sich hierbei um eine spezielle, nano-freie Rezeptur, die eine besonders haftende Charakteristik aufweisen und für eine immense Stabilität im mittleren Bahnbereich sorgen soll. Ab Werk wird die Oberfläche mit einem 2000-Grit Abralon Finish versehen, was dem Bowlingball ein tiefes, mattes Erscheinungsbild verleiht und ihn ideal für mittlere bis hohe Ölvolumen machen soll. Durch diese gezielt angeraute Beschaffenheit soll der Ball früh genug in das Öl eingreifen, um nicht unkontrolliert durchzurutschen. Stattdessen soll er einen kontinuierlichen Bogen in Richtung der Pins bieten und sicherstellen, dass die Rotationsenergie im exakt richtigen Moment freigesetzt wird.
Vergleichsanalyse
Zieht man andere Modelle auf dem Markt heran, wird die spezifische Nische des Roto Grip Wicked Gremlin deutlich. Im direkten Vergleich zum originalen Roto Grip Gremlin, der mit einem V-R1 Pearl Cover ausgestattet ist und vor allem für eine extrem saubere Gleitphase durch die Front sowie einen scharfen Richtungswechsel am Ende der Bahn bekannt ist, soll die Wicked-Version die Bahn signifikant früher lesen. Das matte Solid Cover soll spürbar mehr Traktion im Midlane-Bereich aufbauen und in einer weicheren, konstanteren Bewegung anstelle eines plötzlichen Knicks resultieren. Vergleicht man ihn auf der anderen Seite mit einem klassischen Benchmark-Ball wie dem Storm Phaze II, verspricht der Roto Grip Wicked Gremlin durch seinen asymmetrischen Gewichtsblock einen dynamischeren und durchsetzungsfähigeren Hook, sobald er am Ende des Ölmusters die Friction erreicht. Während der Storm Phaze II erfahrungsgemäß sehr rund und gleichmäßig reagiert, soll der Wicked Gremlin eine stärkere asymmetrische Kraftentfaltung bieten, die auch bei tieferen Spielwinkeln quer über die Leisten nicht so schnell an Energie verliert. Gleichzeitig positioniert er sich aggressiver als der Roto Grip Gremlin Tour-X, der mit seinem Hybrid Cover und niedrigeren Differentialwerten wesentlich stärker auf reine Kontrolle und eine flachere Kurve ausgelegt ist.
Praktische Anwendung
Aufgrund seiner spezifischen technischen Ausrichtung stellt der Roto Grip Wicked Gremlin in der Theorie eine hervorragende Wahl für Bowlingspieler dar, die auf frischen oder stark geölten Mustern antreten müssen. Wenn die Bahnen zu Beginn eines Spieltags frisch geölt sind und schwächere Bälle leicht in der Front abrutschen, soll dieses Modell die nötige Reibung bieten, um den Hook-Prozess frühzeitig einzuleiten und stabil in die Gasse einzutreten. Die raue Beschaffenheit des Covers soll kleine Fehler in der Ballabgabe gut verzeihen und eine sehr berechenbare, beständige Bewegung liefern. Besonders Spieler mit einer hohen Ballgeschwindigkeit oder jene, die von Natur aus weniger Umdrehungen generieren, können enorm von der matten Oberfläche profitieren. Der Ball soll von selbst genügend Traktion aufbauen, um nicht am Breakpoint vorbeizurutschen. Setzt im Verlauf des Turniers jedoch die Transition ein und die Bahnen werden im vorderen Bereich deutlich trockener, wird empfohlen, rechtzeitig zu schwächeren oder polierten Bällen zu wechseln. Andernfalls läuft der Roto Grip Wicked Gremlin Gefahr, seine Energie zu früh aufzubrauchen, was dazu führen kann, dass er am Ende zu flach einschlägt und den Carry deutlich verschlechtert. Für den Start auf einem typischen Hausmuster mit ausreichendem Öl oder auf moderaten Sportbedingungen verspricht dieses Modell jedoch exzellente Ergebnisse und schafft Vertrauen durch seine konstante Lesbarkeit der Bahn.