Erste Eindrücke
Der Storm DNA Coil II markiert als Overseas Release vom April 2024 die nächste Stufe in der Evolution der Premier-Line. Optisch sticht der Ball durch seine markante Farbkombination in Scarlet, Persian Blue und Raven hervor, die ihn sofort als High-Performance-Werkzeug kennzeichnet. Das Herzstück bildet der bewährte Supercoil-Kern, ein asymmetrisches Design, das mit einem niedrigen RG von 2.47 und einem Differential von 0.053 (bei 15 lbs) eine extrem frühe Rotationsbereitschaft signalisiert. Umhüllt wird dieser kraftvolle Motor von der EXO Pearl Reactive Oberfläche, die werksseitig mit dem Reacta Gloss Finish versehen ist. Diese technische Konstellation erzeugt eine faszinierende Dynamik: Während der kernige Low-RG-Block bestrebt sein dürfte, sehr früh in der Midlane zu arbeiten, soll die polierte Pearl-Oberfläche ein sauberes Passieren der Front gewährleisten. Das Resultat ist ein Ball, der für eine Pearl-Version überraschend viel Traktion im Öl behalten dürfte, ohne dabei die typische Länge zu opfern. Anders als viele klassische "Skid-Flip"-Bälle ist der DNA Coil II darauf ausgelegt, die "Friction" kontrollierter zu lesen und eine kontinuierliche, bogenförmige Bewegung ins Pin-Deck zu generieren, anstatt abrupt abzubiegen.
Vergleichsanalyse
In der direkten Gegenüberstellung grenzt sich der DNA Coil II deutlich von anderen Bällen im High-Performance-Segment ab. Im Vergleich zum ursprünglichen DNA von Storm, der mit seiner Solid-Oberfläche als "Schneepflug" für schweres Öl dient, sollte der Coil II die Front müheloser passieren und seine Energie effizienter für das Backend aufsparen. Zieht man den Attention Star von Roto Grip heran, so dürfte der DNA Coil II durch seinen niedrigeren RG-Wert (2.47 vs. 2.48) und den massiveren Kern früher anrollen und eine rundere Bewegung am Breakpoint zeigen, während der Attention Star oft eine schärfere, hockey-schläger-artige Richtungsänderung vollzieht. Gegenüber dem Virtual Energy Blackout von Storm, der für seine explosive Reaktion auf Trockenheit bekannt ist, sollte der DNA Coil II eine stabilere und weniger anfällige Reaktion bei "Over/Under"-Bedingungen bieten. Auch ein Vergleich zum Absolute Power von Storm ist aufschlussreich: Wo der Absolute Power als Solid-Ball eine sehr frühe und extrem runde Bahncharakteristik aufweist, dürfte der DNA Coil II durch die Pearl-Oberfläche mehr Länge generieren und in der Gasse einen steileren Eintrittswinkel ermöglichen, ohne dabei unkontrollierbar zu werden.
Praktische Anwendung
Das primäre Einsatzgebiet des Storm DNA Coil II liegt auf Medium- bis Heavy-Oil-Mustern, insbesondere in der Phase der "Transition". Wenn reine Solid-Bälle beginnen, zu früh Energie zu verlieren oder in der Front zu "haken", bietet dieser Ball die ideale Lösung. Er soll Bowlern ermöglichen, tiefer in die Bahn zu rücken und die Leisten zu öffnen, ohne den Kontakt zur Gasse zu verlieren. Durch die Kombination aus dem drehfreudigen Supercoil-Kern und der EXO Pearl Oberfläche eignet er sich hervorragend, um feuchte Bereiche in der Bahnmitte zu nutzen und dennoch genügend "Carry" zu erzeugen, wenn der Ball auf die trockeneren Außenleisten trifft. Für Spieler mit hoher Drehzahl bietet er die nötige Kontrolle, um nicht über das Ziel hinauszuschießen, während Spieler mit niedrigerer Drehzahl von der Unterstützung des starken Kerns profitieren dürften, der den Ball zuverlässig in den Roll bringt. Der DNA Coil II ist somit weniger ein Ball für extrem trockenes Backend, sondern vielmehr ein verlässlicher Partner, um wechselnde Bahnbedingungen mit einer starken, aber vorhersehbaren Bewegung zu meistern.