Erste Eindrücke
Der im August 2020 veröffentlichte Aloha Kong Pearl präsentiert sich als optisch markante Ergänzung der Kong-Serie in einem tiefen "Black Pearl"-Farbschema. Technisch basiert der Ball auf dem bewährten King Core, einem asymmetrischen Kern, der bereits im originalen Kong für Aufsehen sorgte. Mit einem RG von 2.53, einem Differential von 0.051 und einem Intermediate Differential von 0.019 (bei 15 lbs) verfügt dieser Kern über ein kräftiges Drehmoment, das für eine schnelle und starke Rotation sorgt.Umhüllt wird dieser Motor vom Primeval Pearl Reactive Coverstock. Im Gegensatz zur Solid-Version wird diese Oberfläche werksseitig mit einem 2000-Grit Abralon Schliff versehen und anschließend poliert. Diese Kombination aus technischer Spezifikation und Oberflächenbearbeitung soll dafür sorgen, dass der Ball die Front (den vorderen Teil der Bahn) sauber passiert, ohne zu früh Energie zu verlieren. Der erste Eindruck vermittelt eine klare Ausrichtung: Länge durch die Köpfe bei gleichzeitiger Beibehaltung der dynamischen Kernphysik für das Backend.
Vergleichsanalyse
Im direkten Vergleich zum ursprünglichen Aloha Kong (Solid) zeigt der Pearl eine deutlich spätere Reaktion. Während der Kong Solid, ausgestattet mit der Primeval Solid Oberfläche, dafür konzipiert ist, früh im Öl zu lesen und eine runde, kontrollierbare Bahn zu laufen, agiert der Kong Pearl als dessen perfekte Ergänzung. Die polierte Pearl-Schale verzögert die Reibungsaufnahme signifikant. Dies führt zu einer Ballreaktion, die oft als "Skid-Flip" beschrieben wird, wobei der asymmetrische King Core verhindert, dass der Ball am Breakpoint "überreagiert" oder instabil wird. Vergleicht man ihn mit Bällen anderer Hersteller aus dem gleichen Zeitfenster oder Segment, wie etwa der Black Widow Pearl von Hammer oder Bällen aus der Roto Grip HP3/HP4 Linie, positioniert sich der Kong Pearl als aggressiverer asymmetrischer Pearl. Er bietet mehr "Kick" im Backend als typische symmetrische Pearls (wie z.B. ein Hy-Road Pearl von Storm), verlangt aber auch etwas mehr Präzision bei der Abgabe. Das Intermediate Differential von 0.019 sorgt für einen schnelleren Spin-Radius-Wechsel als bei symmetrischen Kernen, was den Ball in der Gasse (Pocket) oft energischer durch das Pin-Deck treiben lässt.
Praktische Anwendung
Das ideale Einsatzszenario für den Aloha Kong Pearl sind Medium-Öl-Bedingungen sowie Bahnen, die sich bereits im Übergang (Transition) befinden. Wenn ein stärkerer Solid-Ball (wie der Kong Solid) beginnt, zu früh zu rollen oder Energie zu verlieren, bevor er die Pins erreicht, ist der Wechsel auf den Kong Pearl ratsam. Durch die polierte Oberfläche gleitet er über die bereits angespielten Bereiche in der Front hinweg und speichert seine Rotationsenergie für das letzte Drittel der Bahn. Spieler, die gerne "die Bahn öffnen" – also weiter links stehen und den Ball nach rechts über mehr Leisten spielen (bei Rechtshändern) – dürften von der Winkelbildung dieses Balls profitieren. Er generiert genug Entry Angle, um auch aus steilen Winkeln die Eckpins (Carry) effektiv zu räumen. Allerdings könnte er auf sehr frischen, langen Ölbildern ("Long Oil") zu rutschig reagieren; hier wäre eine Anpassung der Oberfläche mit einem feinen Schleifpad (z.B. 2000 oder 3000 Grit ohne Politur) eine Option, um die Reaktion etwas früher zu starten. Für Sportbowler ist er eine starke Waffe, wenn die Ölköpfe abgespielt sind und ein Ball benötigt wird, der trotz innerer Linien noch genug Energie für die Gasse mitbringt.